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Immunologische Therapie steht einem Corona-Impfschutz nicht entgegen

SELTERS/BERLIN (blu) – Gute Nachricht für Menschen mit schwereren Formen einer Psoriasis oder Neurodermitis. Sie können sich frühzeitig mit dem ersten derzeit verfügbaren Impfstoff gegen die Corona-Infektion impfen lassen.

 

Foto: Shabanov, AdobeStock

Nach Expertenansicht steht eine immunologisch wirkende Therapie einer Impfung mit einem sogenannten Messenger RNA-Impfstoff grundsätzlich nicht entgegen, betont Dr. Ralph von Kiedrowski vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen, der auch dem Vorstand des Psoriasis-Praxisnetz Süd-West angehört.
„Eine mRNA (messenger = Boten-RNA) beeinflusst oder verändert nicht die menschliche DNA (Genom), sondert liefert nur eine Art ‚Bauanleitung‘ für Virusbestandteile (Oberflächenproteine, z.B. Spike-Protein). Der geimpfte Mensch kann so vorübergehend selbst Virusprotein-Teile produzieren (aber kein komplettes Virus!), gegen die das eigene Immunsystem dann schützende Antikörper bilden kann,“ heißt es erläuternd in der Stellungnahme aus dem BVDD-Vorstand. „Somit stellt ein mRNA-Impfstoff wie andere Totimpfstoffe keine Kontraindikation für Patientinnen und Patienten unter einer immunmodulierenden/immunsuppressiven Therapie dar.“
Unter einer laufenden Therapie gilt demnach als Empfehlung, die Impfung in der Mitte eines Behandlungsintervalls zu verabreichen und die Therapie frühestens nach zwei, besser erst nach vier Wochen fortzusetzen. „Spezielle Empfehlungen für Therapien, die wöchentlich oder gar mehrfach täglich appliziert werden müssen, existieren nicht,“ heißt es in der Impfempfehlung weiter.  Weitere Hinweise zur Umsetzung im Praxisalltag >>hier
Von Kiedrowski Empfehlungen füllen eine Lücke. Im Rahmen der umfangreichen Zulassungsstudien sind zwar bereits mehrere zehntausend Personen kontrolliert geimpft worden, Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Menschen mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen bzw. Patientinnen und Patienten unter immunmodulierender/immunsuppressiver Therapie liegen bislang jedoch noch nicht vor.
Unverändert gilt jedoch die Empfehlungen, dass Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen, ohne und mit immunmodulierender oder immunsupprimierender Therapie, einen ausreichenden Impfschutz gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben sollten. Dieser Impfschutz sollte nach Möglichkeit vor Therapiebeginn vollständig sein, kann mit Totimpfstoffen aber auch unter der Therapie eingeleitet bzw. weiter vervollständigt werden, wie dazu von Kiedrowski weiter ausführt.
Dringend empfohlen werden darüber hinaus eine Pneumokokken- sowie die jährliche Grippeimpfung gegen den Influenza-Virus, da diese Infektionen einen sehr schwer Verlauf nehmen können. Eine Influenza-Impfung wird auch deshalb empfohlen, da es Hinweise gibt, dass sie zugleich das Risiko mindert, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren.



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